Orientierung mit Kompass und Karte: Die ultimative Anleitung zur Navigation in der Wildnis

So navigierst du mit Kompass und Karte wie ein Profi!

In diesem Blogbeitrag erfährst du alles, was du brauchst, um dich mit Kompass und Karte in der Wildnis zurechtzufinden.

Zuerst lernst du, wie ein Kompass aufgebaut ist und wie du ihn richtig verwendest. Dann erfährst du, wie du deine Position auf der Karte bestimmst und wie du eine Marschrichtung festlegst. Abschließend erhältst du noch ein paar Tipps für die sichere Navigation im Gelände.

Der Kompass

Er ist fast ein unverzichtbares Survival Werkzeug für die Navigation in der Wildnis. Er benötigt keine Batterien, funktioniert bei jedem Wetter und kann mit oder ohne Karte an jedem Ort auf der Erde verwendet werden.

Aufbau

Ein moderner Kompass besteht aus folgenden Elementen:

  • Bodenplatte aus Kunststoff, meist durchsichtig, mit Kanten und Linien
  • Kompassgehäuse, in dem die Magnetnadel liegt, mit 360°-Angabe des Kreises inklusive N-S-W-O-Markierung für die Himmelsrichtungen
  • Kompass-Nadel, die sich nach Norden ausrichtet (rotes Ende zeigt immer nach Norden) und im Kompassgehäuse dreht
  • Orientierungspfeil / Dosennord, fest verbaut in der Drehscheibe und nach Norden im Kompassgehäuse ausgerichtet
  • Rotierende Kapsel mit Orientierungslinien (das sind Linien innerhalb des Kompassgehäuses, die parallel zum Orientierungspfeil verlaufen)
  • Indexlinie, die Erweiterung des Orientierungspfeils
  • Richtungspfeil / Laufrichtung, ein Pfeil am Ende (oder Anfang, je nach Modell) der Grundplatte
  • optional: Spiegel und/oder Lupe

Funktionsweise

Die Kompass-Nadel ist ein magnetischer Stab, der sich immer nach Norden ausrichtet. Dies liegt daran, dass die Erde selbst ein Magnet ist und die Kompass-Nadel sich an seinem Magnetfeld ausrichtet.

Tipps für den richtigen Umgang mit dem Kompass

  • Achte darauf, dass keine magnetischen Störfelder im Umfeld sind. Diese können die Nadel beeinflussen.
  • Drehe den Kompass so, dass die Nadel in der Nord-Süd-Linie liegt.
  • Richte den Kompass dann so aus, dass der Richtungspfeil in die Richtung zeigt, in die du gehen möchtest.

Das Kartenmaterial

Eine Karte ist ein wichtiges Hilfsmittel für die Navigation in der Wildnis. Sie zeigt dir, wo du dich befindest und wohin du gehen musst. Eine richtig gute Survival-Landkarte enthält auch Informationen über topografische und andere wichtige Geländemerkmale. Das erleichtert die Orientierung und Planung sinnvoller Marschrouten erheblich.

Tipps zu Auswahl und Umgang des richtigen Kartenmaterials findest du auch gleich hier!

 

Viele Informationen und Tipps zur korrekten Planung einer Route und Durchführung eines Marsches, auch unter gefährlichen Bedingungen, findest du übrigens in unserem Flucht-Ratgeber!

Maßstäbe

Der Maßstab einer Karte gibt an, wie viel der reale Abstand in der Wirklichkeit auf der Karte abgebildet ist. Ein Maßstab von 1:10.000 bedeutet, dass 1 Zentimeter auf der Karte einem Abstand von 10.000 Zentimetern in der Wirklichkeit entspricht.

Symbole

Auf Karten werden verschiedene Symbole verwendet, um verschiedene Objekte darzustellen. Diese Symbole sind in der Regel in einer Legende erklärt.

Orientierungshilfen

Karten enthalten oft Orientierungshilfen, die dir helfen, deine Position auf der Karte zu bestimmen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Berge
  • Flüsse
  • Straßen
  • Ortschaften
  • Andere besondere Geländemerkmale wie Türme, Strommasten usw.

Navigation mit Kompass und Karte

Um dich vernünftig in der Wildnis zurechtzufinden, musst du deine Position auf der Karte bestimmen können. Dies sollte man auf langen Märschen ohnehin regelmäßig unternehmen, um sich seiner Route vergewissern.

Positionsbestimmung mit Kompass und Karte

Die Positionsbestimmung ist die Grundlage für die Navigation. Sie ermöglicht dir, deine aktuelle Position auf der Karte und auf einer Route zu bestimmen.

Schritt 1: Markantes Objekt finden

Das Erste, was du tun musst, ist, ein markantes Objekt in der Landschaft zu finden. Das kann ein Berg, ein Fluss, ein Gebäude oder ein anderes Objekt sein, das du auch auf der Karte finden kannst.

Schritt 2: Kompass ausrichten

Richte den Kompass so aus, dass die Kompass-Nadel in die Richtung zeigt, in der sich das markante Objekt befindet. Dazu kannst du den Kompass in deine Hand nehmen und ihn so drehen, bis die Kompass-Nadel in die Richtung des markanten Objekts zeigt.

Schritt 3: Kompass auf die Karte legen

Lege den Kompass so auf die Karte, dass die Orientierungslinien im Kompassgehäuse parallel zu den Nord-Süd-Linien auf der Karte verlaufen.

Schritt 4: Indexlinie ausrichten

Drehe den Kompass so, bis die Indexlinie mit der Richtungslinie des markanten Objekts auf der Karte übereinstimmt.

Schritt 5: Position ablesen

Die Stelle, an der sich der rote Punkt der Indexlinie befindet, ist deine Position auf der Karte.

Beispiel:

Du siehst einen Berg in der Ferne, der auf der Karte als „Höhe 1000“ bezeichnet ist. Du richtest den Kompass so aus, dass die Nadel in Richtung des Berges zeigt. Dann legst du den Kompass auf die Karte, sodass die Orientierungslinien parallel zu den Nord-Süd-Linien verlaufen. Du drehst den Kompass so, bis die Indexlinie mit der Richtungslinie des Berges auf der Karte übereinstimmt. Der rote Punkt der Indexlinie befindet sich bei 50°. Das bedeutet, dass du dich 50° links von der Nordrichtung befindest.

Fehlerquellen

Bei der Positionsbestimmung können folgende Fehlerquellen auftreten:

  • Das markante Objekt ist nicht eindeutig identifizierbar. Achte darauf, dass das markante Objekt, das du auswählst, eindeutig auf der Karte zu erkennen ist.
  • Der Kompass ist nicht richtig ausgerichtet. Achte darauf, dass die Kompass-Nadel in die richtige Richtung zeigt.
  • Die Orientierungslinien auf dem Kompass sind nicht parallel zu den Nord-Süd-Linien auf der Karte. Achte darauf, dass die Orientierungslinien parallel zu den Nord-Süd-Linien verlaufen.

Weitere Tipps für die Positionsbestimmung

  • Verwende einen Kompass mit Lupe. So kannst du die Orientierungs- und Richtungslinien auf der Karte besser erkennen.
  • Nimm dir Zeit für die Positionsbestimmung. Hetze nicht und achte darauf, dass du alle Schritte korrekt ausführst.

Konkrete Ergänzungen

Zusätzlich zu den bereits genannten Schritten für die Positionsbestimmung kann es hilfreich sein, folgende Punkte zu beachten:

  • Verwende einen Kompass mit Deklinationsskala. Die Deklination ist die Abweichung zwischen dem magnetischen Nordpol und dem geografischen Nordpol. Die Deklination ist für jeden Ort der Erde unterschiedlich und kann in der Regel in der Karte oder im Kompass eingesehen werden.
  • Berücksichtige die Deklination bei der Positionsbestimmung. Um die genaue Position auf der Karte zu bestimmen, musst du die Marschrichtung um den Deklinationswinkel korrigieren.
  • Verwende einen Kompass mit Visier. Mit einem Visier kannst du das markante Objekt direkt und akkurat anpeilen.
  • Verwende einen Kompass mit Kompassnadel-Licht. Bei Dunkelheit oder in schlechten Lichtverhältnissen kann es schwierig sein, die Nadel zu erkennen. Ein Kompass mit fluoreszierender Nadel bzw. Markierung erleichtert die Orientierung bei Dunkelheit.

Wie immer im Survival: Üben, Üben, Üben…

Die Positionsbestimmung mit Kompass und Karte ist eine Fähigkeit, die man nur durch Übung erlernen kann. Übe daher regelmäßig, damit du im Ernstfall sicher und vor allem korrekt navigieren kannst.

Tipps für die Arbeit mit dem Kompass

Bestimmung der Marschrichtung

Die Marschrichtung ist die Richtung, in die man gehen möchte. Sie wird ebenfalls mit einem Kompass und einer Karte bestimmt. Wichtig ist dies nicht nur für die allgemeine Orientierung, sondern auch zum Beispiel, um zielgerichtete Routenplanungen und Marschbewegungen durchführen zu können.

Schritt 1: Kompass auf die Karte legen

Lege ihn so auf die Karte, dass die Orientierungslinien im Kompassgehäuse parallel zu den Nord-Süd-Linien auf der Karte verlaufen.

Schritt 2: ausrichten

Drehe den Kompass so, bis der Richtungspfeil in die Richtung zeigt, in die du gehen möchtest.

Schritt 3: Marschrichtung ablesen

Die Zahl, die sich unter dem Richtungspfeil befindet, ist die Marschrichtung.

Beispiel:

Du möchtest in Richtung Norden gehen. Lege den Kompass auf die Karte, so dass die Orientierungslinien parallel zu den Nord-Süd-Linien verlaufen. Drehe ihn dann so, bis der Richtungspfeil nach Norden zeigt. Die Zahl unter dem Richtungspfeil ist 0°.

Fehlerquellen

Bei der Marschrichtungsbestimmung mit Kompass und Karte können folgende Fehlerquellen auftreten:

  • Der Kompass ist nicht richtig ausgerichtet. Achte darauf, dass der Kompass genau auf der Karte liegt und dass die Orientierungslinien parallel zu den Nord-Süd-Linien verlaufen.

  • Der Kompass ist nicht intakt. Überprüfe vor der Navigation, ob der Kompass in gutem Zustand ist.

  • Es gibt magnetische Störfelder in der Umgebung. Halte den Kompass so weit wie möglich von magnetischen Störfeldern entfernt.

Tipps für die genaue Bestimmung der Marschrichtung

Um die genaue Marschrichtung zu bestimmen, kannst du einen Kompass mit Deklinationsskala verwenden. Die Deklination ist die Abweichung zwischen dem magnetischen Nordpol und dem geografischen Nordpol. Die Deklination ist für jeden Ort der Erde unterschiedlich und kann in der Regel in der Karte oder im Kompass eingesehen werden.

Um die Deklination zu berücksichtigen, musst du die Marschrichtung um den Deklinationswinkel korrigieren.

Beispiel:

Die Deklination für deinen Standort beträgt -15°. Du möchtest in Richtung Norden gehen. Die Marschrichtung auf der Karte beträgt 0°. Du musst die Marschrichtung also um 15° nach Osten korrigieren. Die genaue Marschrichtung beträgt also 15° Ost.

Übung macht auch hier den Meister

Die Marschrichtungsbestimmung mit Kompass und Karte ist eine Fähigkeit, die man nur durch Übung erlernen kann. Übe daher regelmäßig, damit du im Ernstfall sicher navigieren kannst.

Tipps für die sichere Navigation

  • Übe die Navigation mit Kompass und Karte im Vorfeld, um sicher zu gehen, dass du sie im Ernstfall beherrschst.

  • Übe die Navigation in verschiedenen Geländeformen und unter verschiedenen Bedingungen.

  • Übe auch die Navigation bei Dunkelheit.

Achte auch stets darauf, dass deine Karte und dein Kompass in gutem Zustand sind. Ein Regenponcho, wasserdichte Packsäcke oder eine Schutzhülle für deinen Rucksack beispielsweise, könnten deine Ausrüstung zuverlässig vor der Witterung und entsprechenden Schäden abschirmen.

  • Verwende eine aktuelle Karte des Gebietes, in dem du dich bewegst.

  • Überprüfe den Kompass regelmäßig auf Beschädigungen.

Überprüfe vor der Navigation, ob es eventuell magnetische Störfelder in deiner Umgebung gibt.

  • Magnetische Störfelder können die Kompass-Nadel beeinflussen.

  • Vermeide es, in der Nähe von Metallgegenständen, elektrischen Geräten oder Magneten zu navigieren.

Wenn du dich verlaufen hast, bewahre Ruhe, nimm dir Zeit und versuche, deine Position auf der Karte mit Sorgfalt zu bestimmen.

  • Versuche, deine Position anhand von markanten Objekten auf der Karte zu bestimmen.

  • Wenn du deine Position nicht bestimmen kannst, oder dich verlaufen hast, verharre an Ort und Stelle, bewahre Ruhe und am besten, hast du unseren Quick Guide zum Thema: „Lost in Space – 15 Tipps, wenn du dich in der Wildnis verlaufen hast!“ gelsen und erinnerst dich an das, was du daraus gelernt hast. Dann wird dir nichts passieren! 😉

Abschließend noch ein paar Tipps, um deinen Kompass richtig zu benutzen

Stelle sicher, dass keine magnetischen Störfelder im Umfeld sind, weil sie die Kompass-Nadel stark beeinflussen.

  • Magnetische Störfelder können von Metallgegenständen, elektrischen Geräten oder Magneten ausgehen.

  • Vermeide es, in der Nähe von solchen Gegenständen zu navigieren.

Nutze das Tageslicht!

Bestimme deinen Standort früh genug, denn bei Dunkelheit ist es, je nach Umständen und Region, fast unmöglich ohne GPS-Gerät.

  • Wenn du dich in der Dämmerung befindest, solltest du deine Position so schnell wie möglich bestimmen.

  • Wenn du dich bereits im Dunkeln befindest, solltest du an Ort und Stelle verweilen und auf Hilfe warten.

Zusätzliche Informationen:

  • Die Marschrichtungsbestimmung ist eine grundlegende Fähigkeit für die Navigation mit Kompass und Karte.

  • Wenn du diese Fähigkeit beherrschst, kannst du dich sicher in der Wildnis bewegen.

  • Es ist wichtig, die Navigation mit Kompass und Karte im Vorfeld zu üben, um sie im Ernstfall sicher und effektiv einsetzen zu können.

Fazit

So viel zu den einfachsten Grundlagen der Verwendung eines Kompass zusammen mit einer Karte als Hilfsmittel zur Orientierung im freien Gelände. Die Navigation mit Kompass und Karte ist eine wichtige Fähigkeit und kann dir im Ernstfall wie im Abenteuerurlaub oder auf Wanderungen buchstäblich das Leben retten. Mit ein wenig Übung kannst du die benötigten Fähigkeit schnell erlernen und dich dann stets sicher in der Natur bewegen.

Wer ganz sicher sein will, dass er sich immer und überall, auch ohne jegliche Hilfsmittel erfolgreich orientieren und sicher navigieren kann, der sollte sich ausgiebig auch mit „ursprünglichen“ Techniken befassen. Einfache Methoden wie der Schattenkompass, das Auslesen von bestimmten Merkmalen der Flora und Fauna, die Orientierung an den Gestirnen oder auch das Improvisieren eines magnetischen Kompass mit einfachen Mitteln, helfen dir auch in extremsten Situationen, immer deinen Weg zu finden!

Natürlich zeigt dieser Beitrag bloß die Spitze des Eisbergs in diesem umfangreichen Thema. Es erfordert in der Regel eine komplexere und vor allem praktische Ausbildung in den differenzierteren Anwendungsweisen eines Kompass. Und auch die Arbeit mit Landkarten erfordert weit mehr, als nur ungefähr zu verstehen, was das Kartenmaterial zeigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert