Prepper und vergessen?!
Ja auch Prepper, obwohl sie eigentlich immer an alles denken, scheinen manchmal Dinge zu vergessen! 🙂
In diesem Artikel möchte ich auf drei wichtige Aspekte und ihre Bedeutung eingehen, von denen man so nur selten bis gar nicht zu hören bekommt.
Drei jener Dinge, die viele Prepper in der physischen und mentalen Krisenvorbereitung geradezu wie selbstverständlich zu vergessen oder einfach unbewusst auszublenden scheinen.
Daeshalb möchte ich hier auf diese Faktoren näher Bezug nehmen. Zum einen wäre da die Notwendigkeit von psychologischer Vorbereitung, für das kultivieren von langfristigen Überlebensfähigkeiten und der rechtzeitige Aufbau einer starken Gemeinschaft, eines real funktionierenden Netzwerks. Sehen wir uns diese Dinge einmal genauer an, damit dir die herausragende Bedeutung dieser Punkte deutlicher wird.
Einige konzentrieren sich so stark auf Überlebensstrategien wie Vorräte anlegen, Selbstverteidigung und physische Fitness, dass sie die Bedeutung von Fähigkeiten, die langfristiges Überleben auf tieferer Ebene fördern, vernachlässigen.
Psychologische Belastung und Krisenvorbereitung
Oft konzentrieren sich Prepper stark auf die physische Krisenvorbereitung und übersehen dabei oft die psychologischen Auswirkungen, die eine Krisensituation, ob kurz oder langfristig, nach sich ziehen kann. Diese reichen von sozialer Isolation und extremem Stress bis hin zu Todesängsten oder Aspekten wie dem Miterleben von Not, Elend und Grausamkeit. Ob ein Blackout oder große Naurkatastrophe, innerhalb kürzester Zeit zerfällt bei anhaltenden Krisen die gewohnte Zivilisation und reißt alles mit sich in die Abgründe der Barbarei, was nicht angemessen vorbereitet ist.
Verlust der allgemeinen Sicherheit
Die einfachsten Dinge, werden von Tag zu Tag komplizierter, bestimmte Dinge sogar unmöglich. Zudem steigt die Gefahr an, dass Menschen sich in solchen Zeiten eben nicht miteinander solidarisieren und sich gegenseitig helfen, sondern teilweise zu Bestien verkommen, die nur noch ihrem Selbsterhaltungstrieb folgend, zu marodieren und zu brandschatzen beginnen. Nebst erheblichem Langzeitstress kann es in solchen Situationen auch zu einem Mangel an Schlaf, sozialer Interaktion und Hoffnung führen, was sich negativ auf die mentale Gesundheit auswirkt und in unvorhersehbarer Dynamik weitere Probleme mit sich bringen kann. Die Fähigkeit, mit Stress, möglicher Einsamkeit und Ängsten umzugehen, sollte daher auch hier ein integraler Bestandteil deiner Krisenvorbereitung sein.
Bei einer langfristigen Krisensituation ist die materielle Vorbereitung eben nur die eine Seite der Medaille…
Viele Vorbereitungen konzentrieren sich auf kurzfristige Überlebensstrategien, vernachlässigen jedoch z.B. oft die langfristige Belastbarkeit. Die Unsicherheit über die Dauer des Blackouts, die Sorge um geliebte Menschen und die ständige Anpassung an ungewohnte Lebensbedingungen können zu erheblichem Stress führen. Psychologische Vorbereitung für langfristige Belastungen und die Entwicklung von Stressbewältigungsstrategien sind entscheidend und könnten beispielsweise durch regelmäßiges mentales Training erreicht werden.
Langfristige Krise, langfristige Schäden
Nicht nur materiell kommt es bei langanhaltenden Katastrophenzuständen zu erheblichen Schäden, deren Beseitigung und Reparatur Jahre dauern kann. Die psychologischen Auswirkungen eines solchen Szenarios gehen meist auch über die Dauer des Ereignisses selbst hinaus. Isolation, Unsicherheit über die Zukunft, Angst und der Verlust von Annehmlichkeiten aller Arten können langfristige Auswirkungen auf das Wohlbefinden eines Menschen haben. Das Einbeziehen von Plänen zur psychologischen Unterstützung, sei es durch Schulungen, gemeinschaftliche Aktivitäten oder professionelle Hilfe, kann daher schon während der Krise von Nutzen sein.
Eine solide mentale Vorbereitung schafft eine stabile psychische Konstitution
gewohnten Alltag erheblich stören. Viele vergessen, wie wichtig individuelle Routinen und Strukturen für das emotionale Gleichgewicht sind. Die psychologischen Auswirkungen des Verlusts von Strukturen und Gewohnheiten, der Eingrenzung von Aktivitäten und des Mangels an normalen täglichen Abläufen werden landläufig unterschätzt. Sicher, erste Priorität haben das Überleben und die Sicherheit. Doch diese Faktoren stehen auch in Wechselwirkung mit der Psyche.
Die Fähigkeit, sich schnell an neue Bedingungen anzupassen, ist in Krisensituationen von entscheidender Bedeutung. Oftmals wird jedoch genau diese psychologische Anpassungsfähigkeit vernachlässigt. Dazu gehört die Fähigkeit, flexibel mit Unsicherheiten und Veränderungen umzugehen, lösungsorientiert zu Denken und die emotionale Intelligenz. Die mentale Vorbereitung auf Unvorhersehbarkeiten und die Entwicklung von Bewältigungsstrategien sollten daher immer auch einen zentralen Platz in der Krisenvorbereitung einnehmen.
Netzwerkbildung – Überleben in der Gemeinschaft
Mehr oder minder natürlicherweise neigen die Meisten dazu, sich stark auf die individuelle Krisenvorbereitung zu konzentrieren und vernachlässigen dabei die Notwendigkeit von Gemeinschaften und Zusammenarbeit in Extremsituationen. Der Einsame Wolf als mentales Konzept ist weit verbreitet, in der Realität allerdings, nur minimal funktionell, wenn es darauf ankommt. Ja, es macht Sinn sich auch darauf einzustellen, unabhängig und auf sich allein gestellt in Extremsituationen klar zu kommen. Das ist sicherlich gut und richtig. Aber tragfähig ist so eine Einstellung und die daraus folgende Perspektive in der Regel nur temporär und keineswegs langfristig, zumal man sich dann bestimmten Grenzen unterworfen sieht, weil eben niemand alles kann. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Zudem entgehen einem als „Einzelkämpfer“ viele Vorteile, die sich in Gemeinschaften auf natürliche Weise für die Krisenvorbereitung und das Krisenmanagement ergeben.
Vorzüge der Gemeinschaftsbildung für die Krisenvorbereitung
Die vielleicht offensichtlichsten sind dabei die Möglichkeit zur Arbeitsteilung, soziale Anbindung und gegebenenfalls bessere Vorraussetzungen zur erfolgreichen Verteidigung gegen eventuelle Bedrohungen.
Die Bildung von regionalen und überregionalen Netzwerken ist genauso wie die psychologische Vorbereitung allgemein von absoluter Bedeutung. Auch die psychologische Vorbereitung hinsichtlich der Interaktion mit anderen Überlebenden im Ernstfall, die dynamische Fähigkeit zur Kooperation, das Management sozialer Konflikte, die Fähigkeit andere zu führen etc., sind Faktoren von großer Wichtigkeit, die trainiert werden sollten. Das Teilen von Ressourcen und emotionaler Unterstützung kann einen erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden und das Überleben einer Bezugsgruppe haben.
Einzelkämpfer? Realistisch bleiben!
Ich habe nichts dagegen, dass jemand sich als Einzelkämpfer sieht. Die dazugehörigen Eigenschaften sind nützlich und auch wichtig. Doch alles zu seiner Zeit und in angemessenem Rahmen. Die Situation bestimmt maßgeblich die Strategie. Im Hinblick auf die Vorzüge rechtzeitiger und umfassender Netzwerkbildung wird auch oft vergdrängt, dass die meisten von uns Familie, Frauen, Kinder, Alte und gegebenenfalls Kranke und Schwächere Menschen um sich herum haben, die wir im Falle einer Krise nicht nur beschützen, sondern lebendig mit durchbringen wollen. Willst du dich einige kilometerweit durch bedrohliches Gelände schlagen, um deine Familie zu erreichen, macht der Einzelkämpfer-Modus mehr als Sinn und ist vielleicht das Mittel der Wahl!
Doch langfristig gilt immer: Eine starke Gemeinschaft ist der beste Schutz und auch die tragfähigste Grundlage von allen und zwar für alle. Zusammenhalt macht stark und auch den Einzelkämpfer noch stärker!
Langfristige physische Überlebensfähigkeiten kultivieren
In einer langfristigen Krise werden nicht nur materielle Ressourcen knapp, sondern auch spezialisierte Fähigkeiten! Diese sind von maximaler Bedeutung, um eine autarke Gemeinschaft und eine gewisse Infrastruktur oder Ordnung aufrechtzuerhalten bzw. wieder aufzubauen. Der Fokus sollte auch deshalb nicht nur auf dem individuellen Überleben liegen, sondern auch auf der Schaffung von Netzwerken und Kooperationen, um langfristig als Gemeinschaft in der Krise durchsetzungsfähig zu sein. Diese Wahrheiten haben Krisenzeiten und Kriege der letzten Jahrhunderte augenscheinlich bewiesen.
Zu langfristig nützlichen Überlebensfähigkeiten gehören entsprechend: Landwirtschaftliche Kenntnisse, handwerkliche Fähigkeiten, medizinisches Know-how und die Fähigkeit, Gemeinschaften aufzubauen, zu organisieren, zu pflegen, zu versorgen, sie zu koordinieren und gegebenenfalls anzuführen.
Beispiel Landwirtschaftliche Kenntnisse
In einer langfristigen Krisensituation können herkömmliche Nahrungsquellen knapp werden. Landwirtschaftliche und botanische Kenntnisse ermöglichen es, Nahrungsmittel selbst anzubauen. Das Verständnis von Anbautechniken, Bodenbeschaffenheit und saisonalen Abläufen ist entscheidend für eine nachhaltige Ernteentwicklung.
Handwerkliche Fähigkeiten
Handwerkliche Fähigkeiten sind in vielerlei Hinsicht in Notzeiten sehr wertvoll. Die Fähigkeit, einfache Reparaturen an Werk- oder Fahrzeugen, Maschinen, Kleidung oder Infrastruktur vorzunehmen, ist essenziell. Darüber hinaus kann die Kenntnis traditioneller Handwerkskünste, wie Töpfern, Schmieden oder Holzbearbeitung, bei der Herstellung von benötigten Gegenständen weiterhelfen.
Medizinisches Know-How
In langfristigen Krisensituationen ist der Zugang zu medizinischer Versorgung möglicherweise stark eingeschränkt oder gar nicht mehr vorhanden. Medizinisches Know-how ermöglicht es dann, trotzdem eine grundlegende Gesundheitsversorgung zu leisten. Dies kann von Erster Hilfe bis zur Behandlung von Krankheiten und zu chirurgischen Eingriffen reichen. Kenntnisse über Heilpflanzen und alternative Heilmethoden sind dabei ebenfalls von größtem Wert.
Konkrete Vorteile für das Überleben
Autarkie/ Unabhängigkeit
Die genannten Fähigkeiten verleihen zusätzliche Möglichkeiten und schaffen Perspektiven. Zusätzlich reduzieren sie die Abhängigkeit von externen Ressourcen, also von außerhalb der Gemeinschaft. Anders gesagt, lässt sich die Versorgungssicherheit mit wichtigen Ressourcen autark als Gruppe gewährleisten.
Gemeinschaftsaufbau und Handel
Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten können Güter und Dienstleistungen miteinander austauschen, was den Aufbau widerstandsfähiger Gemeinschaften fördert und auch die konstruktive Interaktion mit anderen Gruppen von Überlebenden ermöglicht. Wissen und Fähigkeiten sind in Notzeiten Werte, mit denen effektiv Handel und ein soziales Miteinander etabliert werden können.
Nachhaltigkeit
Unabhängig davon, wie lange eine Krisenzeit dann tatsächlich anhält, je besser die Vorbereitung, umso widerstandsfähiger kann eine Gruppe, aber auch der Einzelne, der Lage standhalten. Wissen und Fähigkeiten schaffen in jedem Fall Perspektiven und ermöglichen ein weitgehend normales und menschenwürdiges Leben zu bewahren. Landwirtschaftliche Kenntnisse ermöglichen eine nachhaltige Nahrungsproduktion, handwerkliche Fähigkeiten unterstützen die Reparatur und den Bau von Gegenständen, während medizinisches Know-how die Gesundheitsversorgung sichert.
Insgesamt tragen diese Fähigkeiten fundamental dazu bei, nicht nur individuell, sondern auch kollektiv in einer Gemeinschaft besser auf eine langfristige Krise vorbereitet zu sein und möglichst viele Leben zu schützen.
Natürlich gibt es noch viele weitere Elemente, die in der öffentlichen Debatte im Hinblick auf eine vernünftige Krisenvorbereitung zu kurz kommen.
Wenn dir etwas zum Thema Krisenvorbereitung einfällt oder auf dem Herzen liegt, worüber wir hier unbedingt einen Artikel schreiben sollten, dann gib hier einen Kommentar ab oder kontaktiere uns über unsere Social Media Kanäle!