Die richtige Einschätzung von und der Umgang mit Gefahren ist sehr wichtig!
Was die Gefahrenlage anbelangt, lassen sich mindestens zwei Gefahrentypen unterscheiden, nämlich objektive und subjektive Gefahren.
Während die objektiven von außen kommen und von Dir kaum bis gar nicht beeinflussbar sind, entspringen die subjektiven Gefahren Deinem Inneren bzw. Deinem näheren Bezugssystem. Du kannst subjektive Gefahren durch eigenes Engagement minimieren oder sogar ganz ausschalten.
Damit Du ein Gefühl dafür bekommst, wovon ich spreche, im Folgenden ein paar Beispiele für objektive und subjektive Gefahren.
Objektive Gefahren (resultieren z.B. aus Naturereignissen):
Lawinen
Erdrutsche
Steinschlag
Gletscherspalten
Plötzliche Wetterwechsel (Nebel, (Schnee-)Stürme, Gewitter)
Subjektive Gefahren gehen vom Menschen selbst aus:
Mangelnde Vorbereitung, Erfahrung, Ausbildung oder Fertigkeiten
Defekte oder die falsche Ausrüstung
Psychisches Unvermögen, Unachtsamkeit, Leichtsinnigkeit, mangelnde Selbstkontrolle, emotionale Einbrüche
Ungünstige Gruppendynamik, Gruppenzwang usw.
Sonnenbrand, Schneeblindheit (können durch Vorbereitung oft vermieden werden)
Tipps zur Gefahrenanalyse
Schätze die Situation möglichst realistisch ein! Mache aus Mücken keine Elefanten. Spiele aber auch eine potentielle Gefahr nicht leichtsinnig herunter. Denke realistisch und ganzheitlich. Konzentriere Dich und prüfe auch alternative Blickwinkel auf Deine Lage, Deine Möglichkeiten und investiere darin die Dir zur Verfügung stehende Zeit sorgfältig.
In Survivalsituationen musst Du Dir schnell darüber klar werden, ob eine akute Bedrohung herannaht bzw. Teil Deiner Planungen werden muss. Du musst genauestens prüfen, was die nächsten anstehenden Aufgaben sind, um die Du Dich kümmern solltest, damit sich Deine Situation verbessert. Dazu gehört eben auch, mit welchen Gefahren und eventuellen Konsequenzen der Gesamtsituation Du umzugehen hast. Dafür ist ein umfassender und stets zu aktualisierender Lagecheck zweckmäßig. Übe dich darin, ehe Du in eine Extremsituation gerätst.
Unter den weiteren möglichen Anforderungen, mit denen Du eventuell zurechtkommen musst, sind Folgende in Betracht zu ziehen:
Stress, (Todes-)Angst, Furcht, Wut, Aggression, Trauer usw.
Schockzustände, Ohnmachtsgefühle
Verlust von Angehörigen („Gegenwart des Todes“)
Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit, Besitzverlust
Schlafentzug (extreme Müdigkeit, Schwäche, Leistungsabfall körperlich und geistig)
Verletzungen, Krankheiten jeder Art, bei Dir und anderen,
Extreme Witterungsbedingungen (Gefahr von Dehydration, Sonnenbrand, bzw. Unterkühlungen, Erfrierungen)
Uvm.
Ein paar Tipps zur mentalen Einstellung und dem Umgang mit brenzligen Situationen.
Versuche positiv zu bleiben und denke konstruktiv
Bewahre Ruhe und konzentriere Dich auf das Wesentliche (Überlebensprioritäten)
Zweifele nicht an Dir selbst; konzentriere Dich stattdessen auf die Situation, in der Du Dich befindest. Wie kannst Du Deine Situation verbessern? Welcher Schritt ist der nächste?
Beschwere Dich nicht, vor allem dann nicht, wenn Du nicht alleine bist und eventuell eine „Führungsposition“ für die Gruppe darstellst.
Unterschätze nicht, dass Deine mentale Einstellung sowie Dein Verhalten immensen Einfluss auf Deine Psyche und auf die zwischenmenschliche Dynamik haben.
Stelle sicher, dass Du beschäftigt bleibst. Arbeite an der Verbesserung Deiner Situation, sorge für Schutz, Obdach, Wasser und Nahrung. Falls Du Dich in einer Gruppe befindest, sorge dafür, dass jedem eine Aufgabe zugeteilt wird, dass jeder an der Arbeit beteiligt ist und dass jeder Zugang zum aktuellen Stand der Informationen hat.
Plane jede Deiner Handlungen und setze sie sorgfältig um. Beziehe Risiken mit in Deine Pläne ein! Wenn Du Dich beispielsweise in einer lebensgefährlichen Situation verletzt, weil Du fahrlässig agierst, könnte dies Deine Situation um einiges verschlimmern.
Kümmere Dich mental und körperlich, um Deine Freunde, Familie und andere Menschen, die sich mit Dir in der Situation befinden.
Sei bestmöglich vorbereitet!
Du kannst unmöglich auf jede drohende Gefahr vorbereitet sein. Doch indem Du Dir Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen aneignest, verbesserst Du Deine Chancen, eine Krisensituation zu überleben ganz beträchlich!
Eine entsprechende Ausrüstung und Vorräte werden Dir den Umgang mit Krisensituationen zusätzlich erleichtern. Wenn Du Zugang zu Wasser, die Möglichkeit, Wasser zu reinigen, ausreichend Nahrung, die Möglichkeit der Nahrungszubereitung, vielleicht auch ein Radio zum Nachrichtenempfang, diverse Lichtquellen, ein Erste Hilfe-Set, weitere Medikamente usw. hast, gewinnst Du Zeit, Komfort und kannst Dich auf wichtige nächste Schritte fokussieren.
Sorge dafür, dass Deine Überlebensprioritäten geklärt sind und Du Dich stets grundlegend mit dem Wichtigsten versorgt wissen kannst.
Trainiere Deine mentalen und körperlichen Fähigkeiten regelmäßig.