Gemeinschaften sichern seit Urzeiten der Menschheit das Überleben!
Es handelt sich um die wohl am meisten verbreitete Strategie in der uns bekannten Natur: Die Kooperation. Menschen sind ebenfalls von Natur aus soziale und kooperative Wesen. Die Bildung starker Gemeinschaften bietet in anhaltenden Krisensituationen zahlreiche Vorteile. 10 dieser Vorteile möchte ich in diesem Beitrag kurz für dich veranschaulichen.
Die Wichtigkeit der Gemeinschaftsbildung zur Schaffung langfristiger Überlebensperspektiven wird stark unterschätzt.
Massive Naturkatastrophen, Kriege und Gott weiß, welche kataklysmischen Ereignisse diesen Planeten in Zukunft heimsuchen und immensen nachhaltigen Schaden an der allgemeinen Infrastruktur anrichten könnte. Über die Fähigkeiten langfristig eine gute Versorgung, Instandhaltung und Wartung bzw. das Anlegen benötigter neuer Infrastrukturen usw. zu verfügen, zählen wie Handwerkskünste, medizinisches Know How und andere spezialisierte, für die „zivile Ordnung“ und gesellschaftliches Zusammenleben wichtige Bereiche. Diese Dinge können im Rahmen gemeinsamer Vorbereitungen und gezielter Weiterbildung wesentlich koordinierter und ganzheitlicher berücksichtigt werden, als wenn man versucht sich allein zu organisieren oder sich darauf verlässt, sich relativ spontan anderen Gruppierungen anschließen zu können oder ähnliches. Vorbereitung ist wichtig und eine der wesentlichen Grundlagen für alle. Das Krisenmanagement an sich steht noch einmal meist auf einem ganz anderen Blatt. Doch alles, worauf im Ernstfall an Material und Fähigkeiten zurückgegriffen werden kann, bedeutet mehr Ordnung und bessere Überlebenschancen für alle.
Nicht nur die Vorbereitung auf eine Krise kann in einer Gemeinschaft entsprechend effizienter und umfassender bewerkstelligt werden, sondern gerade für das Management der Krise, bieten sich der Gruppe gegenüber dem „einsamen Wolf“ viele bedeutende Vorteile, die eine rechtzeitige Vernetzung nur umso wichtiger erscheinen lassen.
Ressourcen in Gemeinschaften
In Gemeinschaften können Ressourcen effizienter genutzt und vor allem geteilt werden. Dies gilt für Nahrungsmittel, Wasser, Energiequellen und andere lebenswichtige Güter. Gruppen können ihre Fähigkeiten, Werkzeuge und Vorräte teilen, was zu einer besseren Gesamtversorgung und damit Leistungsfähigkeit der Gemeinschaft führt.
Arbeitsteilung und Spezialisierung
Menschen können ihre Fähigkeiten und Kenntnisse kombinieren, um Aufgaben effektiver zu bewältigen und selbstverständlich auch Ressourcen effektiver beschaffen zu können. Arbeitsteilung und Spezialisierung ermöglichen es, dass jeder das tut, was er am besten tun kann und gleichzeitig der Gemeinschaft am meisten damit geholfen ist.
Innerhalb einer Gemeinschaft können Aufgaben aufgeteilt werden, basierend auf den individuellen Fähigkeiten jedes Mitglieds. Dies fördert Effizienz und ermöglicht es, verschiedene Herausforderungen gleichzeitig anzugehen.
Psychologische Vorteile von Gemeinschaften
Das Gefühl der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft bietet psychologische Unterstützung in allen Lebenslagen, so auch in der Krise. In Krisensituationen können emotionale Belastungen besser bewältigt werden, wenn man auf die Gemeinschaft zählen kann und nicht isoliert da steht. Der kommunikative Austausch z.B. von Erfahrungen, Emotionen und Geschichten innerhalb der Gemeinschaft stärkt den Zusammenhalt der Gruppe und das Zugehörigkeitsgefühl jedes Einzelnen. Eine Gemeinschaft fördert also ganz allgemein die psychologische Gesundheit während schwieriger Zeiten. Die Gewissheiten, dass man nicht allein ist und dass die Gemeinschaft für das Wohlergehen aller arbeitet, man gemeinsame Ziele verfolgt und bestimmte Verbündte hat, aber auch individuell zur Gemeinschaft beiträgt und somit Verantwortung trägt, stärken den Überlebenswillen des einzelnen Mitglieds immens. Sich gegenseitig Halt bieten, sich motivieren, helfen oder einfach das Gefühl „im selben Boot zu sitzen“ teilen, kann alles entscheiden.
Sicherheit
Gemeinschaften können sich besser vor äußeren Gefahren schützen. Gemeinsame Verteidigungsstrategien und -ressourcen erhöhen die Sicherheit für alle Mitglieder einer Gruppe dauerhaft. Gemeinschaften bieten seit jeher von sich aus einen starken Schutz vor Bedrohungen. Kollektive Verteidigung und das Teilen von Wachdiensten können die Sicherheit aller zusätzlich erhöhen.
Soziale Ordnung
Gemeinschaften haben oft gemeinsame Werte und Normen. Dies fördert soziale Kontrolle und Verantwortlichkeit, was das harmonische Zusammenleben und die Effizienz gemeinsamer Anstrengungen verbessert. Eine Gemeinschaft ermöglicht zum Beispiel eine partizipative Entscheidungsfindung, bei der verschiedene Perspektiven berücksichtigt werden können.
Wirtschaftlicher Austausch
Gemeinschaften können intern, regional und überregional Handel und Austausch treiben, was auch eine nachhaltige wirtschaftliche Ordnung aufzubauen ermöglicht und mit hoher Wahrscheinlichkeit die Lebensqualität, Versorgungssituation und die gesundheitliche Lage, der Beteiligten wenigstens langfristig gesehen, verbessert. Wo ein Markt ist, entsteht ein Anreiz zu Kaufen und zu Verkaufen, zu tauschen und Dienstleistungen anzubieten, somit auch Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Man wird sich Gedanken über Währungen und Tauschmittel machen, sollten herkömmliche Währungen nicht mehr brauchbar oder zugänglich sein. Mit der Zeit entsteht aus anfänglichem Chaos ganz von selbst eine neue Ordnung.
Autarkie-/ Infrastruktur
Jeder von uns ist ein Rädchen mit individuellem Einflussvermögen im Getriebe einer Gesellschaft Eine gut organisierte Gemeinschaft kann sich zeitweise oder dauerhaft selbst versorgen. Dies schließt landwirtschaftliche Praktiken, Wasseraufbereitung, Energieerzeugung und andere wichtige Aspekte ein. Grundlegende Autarkie anstrebende Gemeinschaften sollten ihre wichtigsten Infrastrukturen wie Wasser- und Energieversorgung unabhängig zu warten und zu reparieren verstehen. Gleiches gilt für verwendete Maschinen, Werkzeuge und sonstiges Equipment. Je mehr im Rahmen der Gemeinschaft erledigt werden kann, umso unabhängiger von äußeren Einflüssen kann diese sich entwickeln. Durch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Mitglieder kann eine hohe Lebensqualität für alle Beteiligten auch langfristig sichergestellt werden.
Bildung, Erziehung
Gemeinschaften können ihre Bildungsressourcen bündeln! Dies ist sinnvoll, um Bildung und Erziehung für alle Mitglieder zu gewährleisten, Fertigkeiten weiterzugeben. Aber auch, um Informationen zu organisieren, zu verwalten und zu sammeln (bspw. Mit der Einrichtung eigener Kinderbetreuungseinrichtungen/ Schulen etc. aber auch Erwachsenenbildung aller Arten und Formen, inklusive Universitäten, eigener Bibliotheken, Datenbanken usw.). Auf lange Sicht bedeutet gemeinschaftliches Leben und Wirtschaften immer auch nachhaltigen und effektiven Wissensaustausch auf allen Ebenen, was der Verbesserung des Fortkommens der ganzen Gemeinschaft zu Gute kommt und individuelle Neigungen und Talente dabei bestens berücksichtigt werden können.
Wissensaustausch und Kulturweitergabe
In einer Gemeinschaft können Kenntnisse und Fähigkeiten leichter ausgetauscht werden. Dies ermöglicht ein schnelleres Lernen und Anpassen an neue Herausforderungen. Finden sich Menschen in einer Gemeinschaft ein, bringen alle unterschiedliche Fähigkeiten und Wissen mit. Ein kontinuierlicher Austausch individueller Kenntnisse kann entscheidend zum Überleben und zur Verbesserung der Anpassungsfähigkeit der ganzen Gruppen beitragen. Wissen, Kultur und Traditionen, können so auch über eine Krisenzeit hinweg, wenigstens anteilig erhalten bleiben.
Anpassungsfähigkeit
Gemeinschaften können gemeinsam planen und sich besser an sich verändernde Umstände anpassen. Durch die höhere gemeinschaftliche Arbeitskraft, das vorhandene Wissen und die gesammelten Kenntnisse, kann eine Gruppe, gemeinsame Ziele schneller erreichen. Auch territoriale Bewegungen (Verlegung des Lagers; Beschaffung von dringend benötigten Ressourcen usw.) lassen sich effizienter vollführen. Dies ist natürlich nur die Spitze des Eisbergs, was die Vorteile hinsichtlich der Anpassungsfähigkeit an neue Situationen in einem gut organisierten Netzwerk bieten.
Stell dir vor, alles lief soweit gut, aber dann hast du dir beim Beißen auf eine Wurzel einen Kieselstein erwischt und dir eine Zahnfüllung rausgebrochen. Am nächsten Morgen hat sich das ganze schon entzündet und starke Schmerzen setzen dir zu. Du brauchst dringend einen Zahnarzt und kommst fast um vor Pein, doch dann fällt dir ein: Du hast einen Zahnarzt in deinem Netzwerk, der nicht nur sein Handwerk beherrscht, sondern sich auch noch über weitere Beziehungen noch rechtzeitig mit hinreichend medizinischem Arbeitsmaterial eindecken konnte. So kann dieser eine Zahnarzt eine erhebliche Zeit lang deiner und anderen Gemeinschaften unersetzliche Dienste anbieten. Gleiches gilt für jede andere Kenntnis und jedes Handwerk, was Leiden und Elend in Krisenzeiten mindern kann.
Je nachdem, was die aktuelle Situation jeweils erfordert, sind die Wahrscheinlichkeiten für eine rasche Anpassung der Strategie und der erfolgreichen Umsetzung einer Lösung in gut vernetzten Strukturen viel höher, als für den Einzelnen.
Die Bildung einer gut vernetzten, unabhängigen und sich gegenseitig unterstützende Gemeinschaft, fördert die Überlebens- und Widerstandsfähigkeit ihrer Mitglieder in lang anhaltenden Krisensituationen auf jeder erdenklichen Ebene. Gemeinschaften entwickeln oft effektive Mechanismen zur Bewältigung von Krisen. Solidarität und Zusammenarbeit sind Schlüsselfaktoren, um gemeinsam Herausforderungen zu meistern.
Insgesamt bieten gut organisierte und kooperative Gemeinschaften die wohl stabilste Basis für das Überleben, das Weiterleben und den erfolgreichen Wiederaufbau in und nach Zeiten lang anhaltender und verheerender Krisen.